Maturitätsprofile

 

Die Grundlage einer schweizerischen Maturität ist eine breite Allgemeinbildung, d.h. die Zusammenstellung der Fächer ist im Grunde für alle gleich. Alle Schülerinnen und Schüler setzen aber mit der Wahl eines Profils einen fachlichen Schwerpunkt, der ihren Eignungen und Neigungen entspricht. Bei der Wahl eines Profils geht es »nur« um das Schwerpunktfach. Das ist nicht abwertend gemeint. Es ist möglich, einen Schwerpunkt zu setzen, mit dem die Schülerinnen und Schüler sich, ihren Interessen und Möglichkeiten entsprechend, öfter und vertieft beschäftigen. Die eigentliche Spezialisierung setzt aber erst mit dem Übertritt an die Universität oder in eine andere Berufsbildung ein. Mit einer schweizerischen Maturität kann man – unabhängig von der Wahl des Schwerpunktfaches – jedes Studium an einer schweizerischen Universität aufnehmen. Passt das gewählte Schwerpunktfach nicht »exakt« auf das spätere Studium, so lässt sich dies mit mehr oder weniger Aufwand wieder nachholen.

Hier finden Sie weitere Hinweise zu den Maturitätsprofilen sowie Stundentafel und Lehrpläne.

A Anwendungen Physik und Mathematik

Grundsätzliches  

Wir leben heute in einer interessanten, aber auch komplizierten Welt. Unsere Gesellschaft braucht in allen Bereichen Frauen und Männer, die sich in technischen oder wissenschaftlichen Fragen und mit dem Computer gut auskennen. Deshalb eröffnet das Profil A den Einstieg in vielfältige entsprechende Studien- und Berufsfelder. Ausserdem ist es einfach faszinierend zu sehen, nach welchen Gesetzmässigkeiten sich die Natur verhält und wie technische Zusammenhänge funktionieren.

Studiengang  
In Anwendungen der Mathematik wird ein problemorientierter Unterricht gepflegt und es werden Fragen aus den verschiedensten Bereichen aufgegriffen und mathematisch erschlossen. Dort, wo es sinnvoll ist, wird der Computer eingesetzt. Als Vorbereitung auf das Berufsleben werden die selbständige Arbeit und die Arbeit im Team gefördert. Die Physik ist eine experimentelle Naturwissenschaft. Deshalb gibt es reichlich Gelegenheit, selber anregende Experimente im Praktikum durchzuführen.

Anforderungen  
Wer sich für Natur und Technik interessiert, für wen Mathematik kein Buch mit sieben Siegeln ist, wer den Dingen gerne auf den Grund geht und keine Berührungsängste mit dem Computer hat, der ist im Profil A genau richtig. Wie in allen anderen Profilen auch wird im Profil A die allgemeine Hochschulreife erlangt. Grundsätzlich sind anschliessend alle Fächer studierbar. Das Profil A ist jedoch besonders geeignet als Einstieg in die verschiedenen Ingenieurberufe wie Elektrotechnik, Maschinenbau, Verfahrenstechnik oder Umwelttechnik (ETH und Fachhochschulen), naturwissenschaftliche Studienfächer (Physik, Geophysik, Geologie, Meteorologie, Astronomie), Informatik, Mathematik (auch als Lehrer/in), Statistik, Medizin, Architektur … Natürlich nützt eine Profil A-Maturität auch dann, wenn man zum Beispiel Anwalt, Psychologin, Politiker, Pilotin, Unternehmensberater oder gar Astronautin werden möchte.

B Biologie und Chemie

Grundsätzliches

Neue Arzneimittel gegen Krebs, Wiederverwendung von gebrauchtem Kunststoff, Gentechnologie, Ozonloch – das sind Themen, die unsere Gesellschaft im Moment beschäftigen. Sie haben mit Biologie und Chemie zu tun. Dies kann einer der Gründe sein, sich mit diesen Bereichen intensiver auseinander zu setzen. Im Schwerpunkt Biologie und Chemie werden die Grundlagen in Biologie und Chemie vertieft und wird das Zusammenspiel von Biologie und Chemie an komplexeren Themen aufgezeigt.

Studiengang  
In diesem Schwerpunkt werden neben dem »normalen« Schulunterricht immer wieder besondere Lernformen zum Einsatz kommen: Praktika im Chemie- und Biologielabor als auch Exkursionen in die freie Natur ermöglichen wichtige Erfahrungen mit praktischer Arbeit. Selbständige Mini-Forschungsprojekte (inkl. der notwendigen Informationsbeschaffung und des Literaturstudiums in Bibliotheken und im Internet) sowie Exkursionen in Forschungslabors gehören zu diesem Schwerpunkt.

Anforderungen  
Wer gerne beobachtet und experimentiert, wer sich für die vielfältigen Vorgänge in der freien Natur interessiert, wen auch chemische Fragen nicht kalt lassen und wer sich für Fragen zu unserem Körper, unserem menschlichen Dasein und dessen Auswirkungen auf die Umwelt interessiert, ist für dieses Schwerpunktfach geeignet.

Studienrichtungen  Mit diesem Schwerpunktfach ist die Vorbereitung besonders gut für naturwissenschaftliche Studienrichtungen, also z.B. Biologie, Chemie, Biochemie, Molekularbiologie, Pharmazie, Agronomie und Umweltwissenschaften. Aber auch zukünftige Ärztinnen, Primarlehrer, Physikerinnen, Ingenieure, Juristinnen und Politwissenschaftler können das, was sie in diesem Schwerpunktfach lernen, für ihre Ausbildung und ihren Beruf gut gebrauchen.

G Griechisch

Grundsätzliches

Griechisch ist ein Schwerpunktfach, das sowohl unglaublich faszinierend als auch recht anforderungsreich ist. Griechisch zu lernen fördert die geistige Beweglichkeit, treibt die Geisteskraft zu Höchstleistungen an und entwickelt die Arbeitstechnik. Vor allem aber führt es in die beeindruckende Welt der griechischen Kultur ein, in die grundlegenden Fragen der griechischen Philosophie, in die Epen Homers, ins griechische Theater und in die athenische Demokratie. All dies bildet das Fundament unserer europäischen Kultur. 

Studiengang  
In diesem Schwerpunktfach wird eine besondere Sprache gelehrt. Durch sie wird eine neue Welt entdeckt und aufgezeigt, dass es ohne Gestern kein Heute gibt. Das Wissen wird mit Ausstellungsbesuchen, Bildern und Filmen erweitert und meist wird auf einer Studienreise Griechenland bereist. Das Schwerpunktfach Griechisch beginnt am Gymnasium.

Anforderungen  
Wer motiviert ist, etwas Besonderes zu leisten, wer Dinge kennen lernen und können möchte, von denen sie oder er das ganze Leben profitieren kann, ist im Profil G richtig.

Studienrichtungen  
Die Maturität im Schwerpunktfach Griechisch gewährt ungehinderten Zugang zu allen Studien. Griechischkenntnisse sind für das Theologie-Studium und das Studium der klassischen Archäologie erforderlich. Das Profil Griechisch steht aber auch für eine exzellente Ausbildung mit sehr guten Erfolgschancen in jeder weiteren Ausbildung. Die Universität Basel anerkennt eine Maturität mit Griechisch anstelle des Lateinobligatoriums. Latein kann als Freifach weitergeführt werden. Das Profil Griechisch wird in der Regel in Kombination mit einer bilingualen Maturität in Deutsch-Englisch geführt. In der Regel in vier oder fünf Fächern wird der Unterricht von Anfang an auf Englisch erteilt, z.B. in Mathematik, Geschichte, Biologie oder Geografie. Englisch wird so auf natürliche Weise als die heute wesentliche Sprache der Wissenschaft und Wirtschaft kennen gelernt. Diese bilinguale Maturität bietet eine ideale Vorbereitung auf die akademische Berufswelt.

I Italienisch

Grundsätzliches   

Sprachen sind der Schlüssel zur Welt. Darüber hinaus knüpfen sie lebendige und nützliche Verbindungen zwischen Menschen verschiedener Länder, aber auch zwischen Menschen aus anderssprachigen Regionen eines selben Landes. Das neusprachliche Profil I trägt dem Rechnung. Seine Besonderheit liegt in der Vertiefung dreier moderner Fremdsprachen: Italienisch, Französisch und Englisch.

Studiengang  
Nachdem an der Sekundarstufe I die grundlegenden Sprachkenntnisse in Italienisch erworben wurden, erhält am Gymnasium – nebst der Erweiterung des Wortschatzes und der Grammatik – die Lektüre ein stetig wachsendes Gewicht. Es ist möglich, auch frühere Autoren wie Dante und Boccaccio kennen zu lernen und im Original zu lesen. Immer wieder werden Filme und musikalische Werke beigezogen, um die betreffende Kultur zu erhellen, und dabei viel Neues über das heutige und damalige Italien und über das nahe Tessin zu entdecken. Anforderungen   Wer kommunikationsfreudig und vielseitig interessiert ist, wer leicht Sprachen lernt, gerne Bücher liest und Freude daran hat, sich mündlich und schriftlich auszudrücken, für den ist das Schwerpunktfach Italienisch geeignet. Es ist nicht nötig, ein Sprachgenie zu sein. Man sollte jedoch bereit sein, rasch von der einen auf die andere Sprache umzustellen. Im Laufe der Semester wird es möglich, immer selbständiger die Unterschiede bewusst erkennen zu lernen.

Studienrichtungen  
Mit einer Maturität im Schwerpunktfach Italienisch fällt es später leicht, sich für eine Universität ausserhalb des deutschsprachigen Raumes zu entscheiden. Alle Fachbereiche können studiert werden, z.B. Kommunikationswissenschaften in Lugano, Rechtswissenschaft in Lausanne oder Medizin in Basel. Die Lateinerfordernisse an den Schweizer Universitäten sind unterschiedlich geregelt und ändern sich laufend.

Besonderheiten  
Das Profil I kann auch bilingual Deutsch/Französisch belegt werden. Das bedeutet, dass ab der 1. Klasse neben dem regulären Französischunterricht drei bis fünf Sachfächer auf Französisch besucht werden, z.B. Mathematik, Geographie, Geschichte oder Chemie. So ist es möglich, das Französisch zu vertiefen. Mit  dieser bilingualen Maturität verbessern sich die Berufsaussichten sowohl in der Romandie wie im nahen EU-Raum bedeutend. Diese bilinguale Maturität ist eidgenössisch anerkannt. Übertritt   Voraussetzung für den Übertritt ins Profil I ist der Besuch des Schwerpunktfachs Italienisch in der Sekundarschule.

L Latein

Grundsätzliches   

Latein ist die Ursprungssprache von Französisch, Spanisch, Italienisch und den anderen romanischen Sprachen. Es hat auch das Englische sehr stark beeinflusst, vor allem im Wortschatz. Entsprechend eröffnet sich mit Latein die Welt der Sprachen. Es ist spannend, mit jedem Wort und jedem grammatischen Element, das man lernt, Verbindungen zu den modernen Sprachen herzustellen und so einen viel einfacheren Zugang zu ihnen zu erhalten. Durch das Übersetzen vom Lateinischen ins Deutsche wird zudem auch die Ausdrucksfähigkeit in der deutschen Sprache stark gefördert.

Studiengang  
Wer im Progymnasium die grundlegenden Sprachkenntnisse in Latein erworben hat, wird in der Lage sein, im Gymnasium Texte von berühmten Autoren wie etwa Caesar oder Vergil zu lesen und zu übersetzen. Das Übersetzen wird ergänzt durch Informationen über die Zeit, in der die Texte entstanden sind. Wir übersetzen aber nicht nur, sondern fragen, was uns diese Texte hier und heute persönlich sagen. Indem wir uns mit der Antike auseinandersetzen, erfahren wir viel über uns und unsere Zeit.

Anforderungen  
Wer am Umgang mit Sprachen Freude hat, wen Zusammenhänge in und zwischen den Sprachen interessieren, wen die antike Welt, ihre Geschichte und Kultur sowie ihre Bedeutung in unserer Zeit fasziniert, wer geistig flexibel ist und an systematischem Denken Freude hat, wer Ausdauer und die nötige Geduld hat, um Dinge von Grund auf zu erfassen, ist im Schwerpunktfach Latein genau richtig.

Studienrichtungen  
Mit einer Maturität im Schwerpunktfach Latein ist es möglich, alle Fächer an jeder Schweizer Universität zu studieren, sowohl Sprachen als auch Mathematik oder Naturwissenschaften. Die Lateinmatur ist besonders empfehlenswert für Schülerinnen und Schüler, die später einmal Sprachen, Geschichte oder Philosophie studieren möchten. Die Lateinerfordernisse an den Schweizer Universitäten sind unterschiedlich geregelt und ändern sich fortlaufend. An der Universität Basel besteht derzeit ein Latein­obligatorium für die Fächer Altertumswissenschaften, Theologie, Geschichte, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft.

Besonderheiten  
Wer das Profil Latein wählt, kann sich zusätzlich für eine bilinguale Maturität in Englisch entscheiden. In der Regel in vier oder fünf Fächern wird der Unterricht von Anfang an auf Englisch erteilt, z.B. in Mathematik, Geschichte, Biologie oder Geografie. So wird Englisch auf natürliche Weise als die heute wesentliche Sprache der Wissenschaft und Wirtschaft gelernt. Diese bilinguale Maturität bereitet ideal auf die akademische Berufswelt vor.

Übertritt  
Voraussetzung für den Übertritt ins Profil L ist der Besuch des Schwerpunktfachs Latein in der Sekundarschule.

M Musik

Grundsätzliches   

Musik ist ein tragender Pfeiler unserer Kultur. Sie spricht den Menschen auf verschiedenen Ebenen an. Besonders die Verbindung von Verstand, Gefühl und Bewegung macht die tiefere Beschäftigung mit ihr so wertvoll und erfüllend. Aktives Musizieren ist immer auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst und lässt in uns die »feineren Saiten« anschwingen.

Studiengang  
Das Schwerpunktfach Musik beinhaltet Musiktheorie, Instrumentalunterricht und Chorgesang. In diesen Lektionen wird das Gehör verfeinert, die rhythmischen und klanglichen Fähigkeiten geschult. Berühmte Werke verschiedener Komponistinnen und Komponisten werden besprochen, Konzerte besucht und selber kleine Kompositionsübungen gemacht. Eine Lektion pro Woche ist reserviert für den Instrumentalunterricht oder Sologesang, der einzeln und unentgeltlich bei einer Fachlehrkraft besucht wird. Beim gemeinsamen Singen im Chorunterricht wird gelernt nach Noten zu singen und die Stimme in einem mehrstimmigen Stück selbständig zu führen. Musizierstunden und Chorkonzerte sind Gelegenheiten, bei denen die Schülerinnen und Schüler das Erarbeitete zeigen können. Jazz- und klassisches Orchester sind ergänzende Freifächer.

Anforderungen  
Der Schwerpunkt Musik kann mit allen progymnasialen Vorbildungen gewählt werden. Mindestens zwei Jahren lang muss aber bei einer qualifizierten Lehrkraft Instrumentalunterricht besucht worden sein. Dies gilt auch für die Wahl von Sologesang am Gymnasium. Musikunterricht, der Jahre zurückliegt, kann nicht berücksichtigt werden.
Die Anmeldung erfolgt im ersten Semester der vierten PG-Klasse. Anschliessend findet eine Eignungsabklärung am Gymnasium statt. Die Musiklehrkräfte des Gymnasiums möchten mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam herausfinden, ob Musik ein geeigneter Schwerpunkt ist.

Studienrichtungen  
Mit einer Maturität des Profils Musik stehen alle Studienrichtungen an schweizerischen Universitäten offen. Bei herausragender Leistung ist auch eine Aufnahmeprüfung an eine Musikhochschule möglich. In diesem Profil kann man vor allem seine musikalischen Neigungen einbringen und seine Musikalität als Teil der Persönlichkeit ernst nehmen. Nach wie vor ist das Schwerpunktfach Musik in künstlerischen Bereichen die ideale Vorbildung für spätere Lehrerinnen und Lehrer aller Stufen sowie für alle sozialen Berufe.

Besonderheiten  
Das Fach Bildnerische Gestaltung gehört im Profil Musik zu den Grundlagenfächern.

S Spanisch

Grundsätzliches    

Das Schwerpunktfach Spanisch bietet einen vertieften Zugang zu einem lebendigen und vielgestaltigen Kulturraum, der sich von Europa aus über Mittelamerika und weite Teile von Südamerika erstreckt. Spanisch ist der Schlüssel zu dieser grossen Welt.
Nach dem Erwerb der grundlegenden Sprachkenntnisse erhält die Lektüre im Unterricht ein stetig wachsendes Gewicht und es kommen auch frühere Epochen zum Zuge. Filme und musikalische Werke werden beigezogen, um die hispanische Kultur zu erhellen.

Studiengang  
Das Schwerpunktfach Spanisch beginnt neu am Gymnasium. In den ersten zwei Jahren werden die wichtigsten Sprachkenntnisse vermittelt. Intensive Lektüre, die Beschäftigung mit Filmen sowie die Auseinandersetzung mit bildnerischen und musikalischen Werken geben reichhaltige Einblicke in historische, politische und kulturelle Zusammenhänge. Im Rahmen der Projektarbeit in der zweiten Klasse verbringen die Schülerinnen und Schüler eine Woche in Spanien und knüpfen Kontakte zu Land und Leuten.

Anforderungen  
Wer kommunikationsfreudig ist, andere Lebensweisen kennen lernen will, wer leicht Sprachen lernt, sich gründlich mit Grammatik und Vokabular befassen mag und gerne liest, für den ist Spanisch das geeignete Schwerpunktfach.

Studienrichtungen  
Mit Spanisch als Schwerpunktfach kann an der Universität in allen Fachbereichen studiert werden. Für ein Studium moderner Sprachen verlangt die Universität Basel keine Zusatzprüfung in Latein mehr. Allerdings sind die Lateinerfordernisse an den Schweizer Universitäten unterschiedlich geregelt und ändern sich fortlaufend.
Neben der Universität stehen manche Alternativen offen wie Übersetzerin, Dolmetscher, Primarlehrerin, Journalist, Hotelfachschule etc.

Besonderheiten  
Das Profil S kann auch bilingual Deutsch/Französisch belegt werden. Das bedeutet, dass neben dem regulären Französischunterricht drei bis fünf Sachfächer auf Französisch besucht werden, z.B. Geographie, Geschichte, Chemie oder Mathematik. So wird das Französisch vertieft. Die auf Französisch unterrichteten Sachfächer werden neu und intensiver erlebt. Diese bilinguale Matur ist eidgenössisch anerkannt und erlaubt den Zugang zu allen Studienrichtungen. Die Studierfähigkeit und die Berufsaussichten sowohl in der Romandie wie im nahen EU-Raum verbessern sich bedeutend.

R Russisch

Hinweis
Weil die Anmeldezahlen fürs Profil R erfahrungsgemäss sehr klein sind, wird das Profil R nur noch am Gymnasium Münchenstein geführt. Damit steigt die Chance, dass Klassen mit dem Schwerpunkt Russisch geführt werden können.

Grundsätzliches   

Sprachen sind der Schlüssel zur Welt. Darüber hinaus knüpfen sie lebendige und nützliche Verbindungen zwischen Menschen verschiedenster Länder. Die neusprachlichen Profile tragen dem Rechnung.
Das neusprachliche Profil R vermittelt und vertieft neben dem obligatorischen Französisch und Englisch die russische Sprache und Kultur. Nach dem Erwerb der grundlegenden Sprachkenntnisse erhält die Lektüre ein stetig wachsendes Gewicht und es kommen auch frühere Epochen zum Zuge. Filme und musikalische Werke werden beigezogen, um die russische Kultur zu erhellen. In den neusprachlichen Profilen werden Sprachen im Jugendalter gepflegt, in dem man Sprachen am leichtesten lernt.

Studiengang 
Das Schwerpunktfach Russisch beginnt neu am Gymnasium. In den ersten zwei Jahren werden die wichtigsten Sprachkenntnisse vermittelt. Intensive Lektüre, die Beschäftigung mit Filmen sowie die Auseinandersetzung mit bildnerischen und musikalischen Werken geben reichhaltige Einblicke in historische, politische und kulturelle Zusammenhänge.

Anforderungen  
Wer kommunikationsfreudig, wach und vielseitig interessiert ist, wer leicht Sprachen lernt, gerne Bücher liest und Freude hast, sich mündlich und schriftlich auszudrücken, ist für dieses Schwerpunktfach geeignet. Es ist nicht nötig, ein Sprachgenie zu sein. Man sollte aber imstande sein, Fehler zu analysieren und daraus zu lernen, und fähig sein, selbständig und in Gruppen zu arbeiten.

Studienrichtungen  
Wer das Profil R wählt, kann an der Universität die wichtigsten Fachbereiche studieren, z.B. Rechtswissenschaft, Medizin, Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften. Bei Sprachen und Geschichte ist für höhere Abschlüsse eine Zusatzprüfung in Latein nötig. Für diesen Fall empfiehlt sich der Besuch des Freifachs Latein am Gymnasium.
Neben der Universität stehen manche Alternativen offen, z.B. Übersetzer, Dolmetscherin, Primarlehrer, Journalistin, Hotelfachschulen etc.

W Wirtschaft und Recht

Grundsätzliches    

Die Welt, in der wir leben, ist geprägt durch komplexe wirtschaftliche Strukturen und Abläufe. Warum gibt es z.B. konjunkturelle Schwankungen, deren Folgen Inflation oder Arbeitslosigkeit sein können? Wie begründen Manager grosse Fusionen und wie wirken sich diese auf unsere Arbeitswelt aus? Welchen Beitrag kann die Ökonomie (Wirtschaftswissenschaft) zur Lösung aktueller Probleme wie sozialer Ungerechtigkeit, Umweltverschmutzung oder Verkehrsüberlastung leisten? Wie ist die Schweiz über den Aussenhandel mit der ganzen Welt verknüpft?

Studiengang  
Mit diesen Fragen setzen sich Schülerinnen und Schüler des Profils W auseinander. Daneben wird untersucht, wie Unternehmungen funktionieren, werden rechtliche Probleme bei Verträgen oder Erbschaften analysiert und die Welt der Banken und Börsen, Aktien, Obligationen und Optionen kennen gelernt.
Die im Schwerpunkt Wirtschaft und Recht vermittelten Kenntnisse helfen, die Mechanismen zu verstehen, die in unserer Gesellschaft dazu beitragen, dass wir unser Essen auf den Tisch bekommen. Das Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge hilft ausserdem auch bei persönlichen Entscheidungen. Man lernt, sich ein Bild von der Gesamtwirtschaft zu machen, vernünftige Entscheidungen über seine berufliche Laufbahn zu treffen, man wird sicherer im Umgang mit Versicherungen und wird besser wissen, wie man Geld anlegen soll.

Anforderungen  
Auric Goldfinger, der Bösewicht im gleichnamigen James-Bond-Film, überfällt Fort Knox, um an das amerikanische Gold zu kommen. Er will es aber nicht stehlen, sondern lediglich durch eine Atomexplosion unbrauchbar machen. Warum wohl? Wen diese und ähnliche Fragen interessieren, der ist im Profil W gut aufgehoben.

Studienrichtungen  
Mit dem Profil W stehen alle Studienrichtungen an allen Universitäten offen. Für bestimmte Studien an der Philosophisch-Historischen Fakultät werden allerdings Zusatzprüfungen in Latein verlangt.
Wer nicht studieren möchte, kann mit dem Maturitätsprofil W direkt ins Berufsleben einsteigen. Dann stehen vielfältige Weiterbildungswege offen. Ein Abschluss als Betriebsökonom an einer Fachhochschule oder beispielsweise das Eidgenössische Diplom für Buchhalter/Controller öffnet viele Türen in der Berufswelt.

Z Bildnerisches Gestalten

Grundsätzliches   

Tagtäglich begegnen wir Hunderten, Tausenden von Bildern – unsere Welt ist eine wahre Bilderwelt geworden. Das Profil Z beschäftigt sich mit Bildern unterschiedlichster Art und Herkunft, schaut sie an und lernt, sie zu durchschauen, zu verstehen: »I see« heisst auf englisch nicht nur »ich sehe«, sondern auch »ich verstehe«! Zudem sind die Schülerinnen und Schüler natürlich auch selber gestalterisch tätig. Sie lernen, ihren Vorstellungen, Gefühlen und Fantasien Ausdruck zu geben.

Studiengang  
Der Schwerpunkt Bildnerische Gestaltung beinhaltet die Fächer Bildnerische Gestaltung und Kunstbetrachtung. Diese Fächer setzen sich mit einer breiten Palette von Inhalten und Techniken auseinander. Dabei werden die gestalterischen Fähigkeiten erweitert und bildnerische und kulturelle Kenntnisse aneignet.
Die Klassen werden einen Überblick über die europäische bildende Kunst erhalten und sich mit Architektur, Malerei, Plastik und Grafik auseinander setzen, oft in Verbindung mit der eigenen gestalterischen Arbeit und mit Exkursionen. Einzelne Künstler, Stilrichtungen und Epochen werden intensiv studiert.
Wer dieses Schwerpunktfach wählt, hat die Möglichkeit, seine Fähigkeiten und Kenntnisse in der bildenden Kunst durch kontinuierliches Arbeiten umfassend zu vertiefen. Vier bis fünf Wochenstunden stehen hier während dreieinhalb Jahren für die künstlerische Auseinandersetzung zur Verfügung.
Nur die Profile Z und M bieten die Möglichkeit, Musik und Bildnerische Gestaltung bis zur Maturität zu kombinieren. Schüler und Schülerinnen, die das Profil Z wählen, haben während der ersten zweieinhalb Jahre auch obligatorisch zwei Wochenstunden Musik.

Anforderungen  
Von den Schülerinnen und Schülern werden grosses Interesse und Freude am bildnerischen Gestalten, Neugierde, Experimentierfreude, Phantasie und Ausdauer erwartet. Im Herbst des vierten PG-Jahres findet am Gymnasium Liestal ein Eignungsgespräch statt, das helfen soll, den Entscheid für die Profilwahl zu treffen.

Studienrichtungen  
Der Besuch einer Hochschule für Gestaltung ist eine Möglichkeit, aber nicht das Hauptziel des Profils Z. Das Profil gibt vielmehr die Mö