Maturitätsprofile

 

Die Grundlage einer schweizerischen Maturität ist eine breite Allgemeinbildung, d.h. die Zusammenstellung der Fächer ist im Grunde für alle gleich. Alle Schülerinnen und Schüler setzen aber mit der Wahl eines Profils einen fachlichen Schwerpunkt, der ihren Eignungen und Neigungen entspricht. Bei der Wahl eines Profils geht es »nur« um das Schwerpunktfach. Das ist nicht abwertend gemeint. Es ist möglich, einen Schwerpunkt zu setzen, mit dem die Schülerinnen und Schüler sich, ihren Interessen und Möglichkeiten entsprechend, öfter und vertieft beschäftigen. Die eigentliche Spezialisierung setzt aber erst mit dem Übertritt an die Universität oder in eine andere Berufsbildung ein. Mit einer schweizerischen Maturität kann man – unabhängig von der Wahl des Schwerpunktfaches – jedes Studium an einer schweizerischen Universität aufnehmen. Passt das gewählte Schwerpunktfach nicht »exakt« auf das spätere Studium, so lässt sich dies mit mehr oder weniger Aufwand wieder nachholen.

Hier finden Sie weitere Hinweise zu den Maturitätsprofilen sowie Stundentafel und Lehrpläne.

A Anwendungen der Mathematik und Physik

Grundsätzliches  

Wir leben heute in einer interessanten, aber auch komplizierten Welt. Unsere Gesellschaft braucht in allen Bereichen Frauen und Männer, die sich in technischen oder wissenschaftlichen Fragen und mit dem Computer gut auskennen. Deshalb eröffnet das Profil A den Einstieg in vielfältige entsprechende Studien- und Berufsfelder. Ausserdem ist es einfach faszinierend zu sehen, nach welchen Gesetzmässigkeiten sich die Natur verhält und wie technische Zusammenhänge funktionieren.

Studiengang  
In Anwendungen der Mathematik wird ein problemorientierter Unterricht gepflegt und es werden Fragen aus den verschiedensten Bereichen aufgegriffen und mathematisch erschlossen. Dort, wo es sinnvoll ist, wird der Computer eingesetzt. Als Vorbereitung auf das Berufsleben werden die selbständige Arbeit und die Arbeit im Team gefördert. Die Physik ist eine experimentelle Naturwissenschaft. Deshalb gibt es reichlich Gelegenheit, selber anregende Experimente im Praktikum durchzuführen.

Anforderungen  
Wer sich für Natur und Technik interessiert, für wen Mathematik kein Buch mit sieben Siegeln ist, wer den Dingen gerne auf den Grund geht und keine Berührungsängste mit dem Computer hat, der ist im Profil A genau richtig. Wie in allen anderen Profilen auch wird im Profil A die allgemeine Hochschulreife erlangt. Grundsätzlich sind anschliessend alle Fächer studierbar. Das Profil A ist jedoch besonders geeignet als Einstieg in die verschiedenen Ingenieurberufe wie Elektrotechnik, Maschinenbau, Verfahrenstechnik oder Umwelttechnik (ETH und Fachhochschulen), naturwissenschaftliche Studienfächer (Physik, Geophysik, Geologie, Meteorologie, Astronomie), Informatik, Mathematik (auch als Lehrer/in), Statistik, Medizin, Architektur … Natürlich nützt eine Profil A-Maturität auch dann, wenn man zum Beispiel Anwalt, Psychologin, Politiker, Pilotin, Unternehmensberater oder gar Astronautin werden möchte.

B Biologie und Chemie

Grundsätzliches

Neue Arzneimittel gegen Krebs, Wiederverwendung von gebrauchtem Kunststoff, Gentechnologie, Ozonloch – das sind Themen, die unsere Gesellschaft im Moment beschäftigen. Sie haben mit Biologie und Chemie zu tun. Dies kann einer der Gründe sein, sich mit diesen Bereichen intensiver auseinander zu setzen. Im Schwerpunkt Biologie und Chemie werden die Grundlagen in Biologie und Chemie vertieft und wird das Zusammenspiel von Biologie und Chemie an komplexeren Themen aufgezeigt.

Studiengang  
In diesem Schwerpunkt werden neben dem »normalen« Schulunterricht immer wieder besondere Lernformen zum Einsatz kommen: Praktika im Chemie- und Biologielabor als auch Exkursionen in die freie Natur ermöglichen wichtige Erfahrungen mit praktischer Arbeit. Selbständige Mini-Forschungsprojekte (inkl. der notwendigen Informationsbeschaffung und des Literaturstudiums in Bibliotheken und im Internet) sowie Exkursionen in Forschungslabors gehören zu diesem Schwerpunkt.

Anforderungen  
Wer gerne beobachtet und experimentiert, wer sich für die vielfältigen Vorgänge in der freien Natur interessiert, wen auch chemische Fragen nicht kalt lassen und wer sich für Fragen zu unserem Körper, unserem menschlichen Dasein und dessen Auswirkungen auf die Umwelt interessiert, ist für dieses Schwerpunktfach geeignet.

Studienrichtungen  Mit diesem Schwerpunktfach ist die Vorbereitung besonders gut für naturwissenschaftliche Studienrichtungen, also z.B. Biologie, Chemie, Biochemie, Molekularbiologie, Pharmazie, Agronomie und Umweltwissenschaften. Aber auch zukünftige Ärztinnen, Primarlehrer, Physikerinnen, Ingenieure, Juristinnen und Politwissenschaftler können das, was sie in diesem Schwerpunktfach lernen, für ihre Ausbildung und ihren Beruf gut gebrauchen.

G Griechisch

Grundsätzliches

Altgriechisch ist ebenso aussergewöhnlich wie erstaunlich und nicht die tote Sprache, für die wir sie halten. Altgriechisch zu lernen verspricht eine Entdeckungsreise in die Besonderheiten dieser Sprache und Kultur, in die faszinierende Welt der griechischen Sagen und Mythen - und hat die Fähigkeit, unsere Wahrnehmung zu verändern. Griechisch zu lernen fördert die geistige Beweglichkeit, treibt die Geisteskraft zu Höchstleistungen an und entwickelt die Arbeitstechnik. Vor allem aber führt es in die beeindruckende Welt der griechischen Kultur ein, in die grundlegenden Fragen der griechischen Philosophie, in die Epen Homers, ins griechische Theater und in die athenische Demokratie. All dies bildet das Fundament unserer europäischen Kultur. 

Studiengang  
Du lernst in diesem Schwerpunktfach eine besondere Sprache kennen. Durch sie entdeckst du eine neue Welt und verstehst dabei, dass es ohne Gestern kein Heute gibt. Du erweiterst dein Wissen mit Ausstellungs- und Theaterbesuchen, Bildern und Filmen und besuchst voraussichtlich auf einer Studienreise Griechenland. Das Schwerpunktfach Griechisch beginnt neu am Gymnasium und erfordert keine Vorbildung.

Anforderungen  
Du bist motiviert, etwas Besonderes zu leisten. Du möchtest Dinge kennen lernen, von denen du das ganze Leben profitieren kannst. Du entwickelst deine intellektuellen Fähigkeiten, erweiterst dein Wissen und gewinnst Einsichten in grundlegende Bereiche des Lebens.

Studienrichtungen  
Die Matur im Schwerpunktfach Griechisch gewährt ungehinderten Zugang zu allen Studienrichtungen. Das Profil Griechisch steht für eine exzellente Ausbildung mit sehr guten Erfolgschancen in jeder weiteren Ausbildung. Griechischkenntnisse sind explizit für das Theologie-Studium und das Studium der klassischen Archäologie erforderlich. Die Universität Basel anerkennt eine Matur mit Griechisch anstelle des Lateinobligatoriums.

Besonderheiten  
Wenn du auch Latein lernen möchtest - sei es als Anfänger/-in oder als Fortsetzung von LINGUA LATEIN an der Sekundarschule - kannst du am Gymnasium Latein als Freifach wählen.

Interessiert dich eine bilinguale Matur mit Englisch? Wenn du Griechisch oder Latein als Schwerpunktfach wählst, ist dir ein Platz in diesem Ausbildungsgang garantiert, falls du das möchtest. In vier bis fünf Fächern wird dann dein Unterricht von Anfang an auf Englisch erteilt, z.B. in Mathematik, Geografie, Geschichte und Biologie. So lernst du Englisch auf natürliche Weise als die heute wesentliche Sprache der Wissenschaft und Wirtschaft kennen und wirst es nach vier Jahren fliessend reden können. Mit dieser bilingualen Matur hast du die Möglichkeit, dich ideal auf jede akademische Berufswelt vorzubereiten.

I Italienisch

Grundsätzliches   

Das Schwerpunktfach Italienisch erlaubt dir einen vertieften Zugang zur Sprache unseres Nachbarlandes und zur italienischen Schweiz. Es eröffnet dir einen Kulturraum, der als die Wiege der europäischen Kultur gilt und berühmt ist für seine Architektur, seine Malerei, seine Literatur, seine Musik, sein Filmschaffen, sein Design und natürlich seine Küche. Zudem erlernst du mit Italienisch eine Studiensprache, die dir ein Studium im Tessin ermöglicht. Italienischkenntnisse erweitern deine beruflichen Perspektiven sowohl im EU-Raum wie in der Schweiz bedeutend. Im Berufsleben steht der Gebrauch des Italienischen nach Englisch und Französisch schweizweit an dritter Stelle der Fremdsprachen.

Studiengang  
Das Schwerpunktfach Italienisch beginnt neu am Gymnasium und wird mit durchschnittlich 4 Lektionen pro Woche 4 Jahre lang bis zur Matur unterrichtet. Falls du in der Sekundarschule 2 Jahre LINGUA mit Italienisch belegt hast, wirst du in einem differenzierten Unterricht von deinen Kenntnissen profitieren können. Für die Anfänger/innen steht in den ersten zwei Jahren das Erlernen der wichtigsten Sprachkenntninsse im Vordergrund. Die schnellen Fortschritte erlauben dir, schon bald mit der Lektüre von Originaltexten zu beginnen. Begleitend dazu wirst du viele der unzähligen kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten Italiens kennenlernen, mit Hilfe von Filmen und musikalischen Werken die italienische Kultur besser verstehen und dabei viel Neues über das heutige und damalige Italien und über die italienische Schweiz lernen. In der dritten Klasse erwartet dich eine Projektreise nach Italien, wo du deine Kenntnisse anwenden kannst und noch mehr über Italien erfährst. Die Matur im Schwerpunktfach Italienisch bescheinigt dir sehr gute Kenntnisse (Niveau B2 des Europäischen Referenzrahmens).

Anforderungen  
Wenn du kommunikationsfreudig und vielseitig interessiert bist, wenn du leicht Sprachen lernst, dich gründlich mit Grammatik und Vokabular befassen magst, gerne Bücher liest und Freude hast, dich mündlich und schriftlich auszudrücken, dann ist das Schwerpunktfach Italienisch für dich geeignet.

Studienrichtungen  
Mit Italienisch als Schwerpunktfach kannst an der Universität alle Fachbereiche studieren. Zudem beherrschst du eine weitere Schweizer Studiensprache und hast Zugang zur Tessiner Universität, wo du Architektur, Informatik, Kommunikation, Wirtschaft und Biomedizinische Wissenschaften studieren kannst. Für einige sprach-und geisteswissenschaftliche sowie für theologische Studien verlangen gewisse Schweizer Universitäten Lateinkenntnisse. Die Bestimmungen sind uneinheitlich. Auskunft geben die einzelnen Universitäten oder die Berufsberatungen.

Besonderheiten  
Du kannst am Gymnasium das Profil I auch bilingual Deutsch/Französisch wählen. Das bedeutet, dass für dich ab der 1. Klasse neben dem regulären Fach Französisch der Unterricht in drei Sachfächern auf Französisch stattfindet, und zwar in Mathematik, Geschichte und Physik. Ab der zweiten Klasse kommt dann Geografie dazu. So wirst du das Französisch vertiefen und kannst es am Ende der Gymnasialzeit fliessend sprechen. Mit dieser bilingualen Matur verbessern sich für dich die Berufsaussichten sowohl in der Romandie wie im nahen EU-Raum bedeutend. Diese bilinguale Matur ist eidgenössisch anerkannt.

L Latein

Grundsätzliches   

Latein ist die Ursprungssprache von Französisch, Spanisch, Italienisch und den anderen romanischen Sprachen. Es hat auch das Englische sehr stark beeinflusst, vor allem im Wortschatz. Entsprechend eröffnet sich dir mit Latein die Welt der Sprachen. Es ist spannend, Verbindungen zu den modernen Sprachen herzustellen und so einen viel einfacheren Zugang zu ihnen zu erhalten. Durch das Übersetzen vom Lateinischen ins Deutsche wird zudem auch die Ausdrucksfähigkeit in der deutschen Sprache stark gefördert. Ann Patty, eine Journalistin aus New York, nennt in ihrem Buch «40 Reasons Why You Should Learn Latin» (2017) 40 Gründe, weshalb es sich lohnt Latein zu lernen. Drei davon: «Because you can understand all the magic spells in Harry Potter» - «Because it teaches you to order your thoughts in an fundamentally different way» - «Because it is eccentric».

Studiengang  
Im Verlaufe deiner Ausbildungszeit am Gymnasium wirst du in der Lage sein, Texte von berühmten Autoren wie etwa Caesar oder Vergil zu lesen und zu übersetzen. Das Übersetzen wird ergänzt durch unsere Beschäftigung mit der Mythologie, Geschichte, Philosophie und Kultur des antiken Rom – und durch eine gemeinsame Romreise. Wir übersetzen nicht nur, sondern fragen, was uns diese Texte hier und heute persönlich sagen. Indem wir uns mit der Antike auseinandersetzen, erfahren wir viel über uns und unsere Zeit.

Anforderungen  
Wenn du am Umgang mit Sprachen Freude hast, wenn dich Zusammenhänge in und zwischen den Sprachen interessieren, wenn dich die antike Welt, ihre Geschichte, Mythologie und Kultur sowie ihre Bedeutung in unserer Zeit faszinieren, wenn du geistig flexibel bist und an systematischem Denken Freude hast, wenn du Ausdauer und die nötige Geduld hast, um Dinge von Grund auf zu erfassen, dann ist das Schwerpunktfach Latein für dich das Richtige.

Studienrichtungen  
Mit einer Maturität im Schwerpunktfach Latein ist es möglich, alle Fächer an jeder Schweizer Universität zu studieren, sowohl Sprachen als auch Mathematik oder Naturwissenschaften. Die Lateinmatur ist besonders empfehlenswert, wenn du später einmal Sprachen, Geschichte oder Philosophie studieren möchten. Die Lateinerfordernisse an den Schweizer Universitäten sind unterschiedlich geregelt und ändern sich fortlaufend. An der Universität Basel besteht derzeit ein Latein­obligatorium für die Fächer Altertumswissenschaften und Theologie.

Besonderheiten  
Interessiert dich eine bilinguale Matur mit Englisch? Wenn du Griechisch oder Latein als Schwerpunktfach wählst, ist dir ein Platz in diesem Ausbildungsgang garantiert, falls du das möchtest. In vier bis fünf Fächern wird dann dein Unterricht von Anfang an auf Englisch erteilt, z.B. in Mathematik, Geografie, Geschichte und Biologie. So lernst du Englisch auf natürliche Weise als die heute wesentliche Sprache der Wissenschaft und Wirtschaft kennen und wirst es nach vier Jahren fliessend reden können. Mit dieser bilingualen Matur hast du die Möglichkeit, dich ideal auf jede akademische Berufswelt vorzubereiten.

Übertritt  
Das Schwerpunktfach Latein steht für alle offen. Eine Vorbildung an der Sekundarschule ist dafür nicht Voraussetzung. Du kannst also neu starten oder dein erworbenes Wissen im Wahlpflichtfach LINGUA LATEIN weiter vertiefen. Die Lehrpersonen werden sorgfältig darauf achten, beide Niveaus in den ersten Semestern adäquat zu betreuen.

M Musik

Grundsätzliches   

Musik ist ein tragender Pfeiler unserer Kultur. Sie spricht den Menschen auf verschiedenen Ebenen an. Besonders die Verbindung von Verstand, Gefühl und Bewegung macht die tiefere Beschäftigung mit ihr so wertvoll und erfüllend. Aktives Musizieren ist immer auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst und lässt in uns die »feineren Saiten« anschwingen.

Studiengang  
Das Schwerpunktfach Musik beinhaltet Musiktheorie, Instrumentalunterricht und Chorgesang. In diesen Lektionen wird das Gehör verfeinert, die rhythmischen und klanglichen Fähigkeiten geschult. Berühmte Werke verschiedener Komponistinnen und Komponisten werden besprochen, Konzerte besucht und selber kleine Kompositionsübungen gemacht. Eine Lektion pro Woche ist reserviert für den Instrumentalunterricht oder Sologesang, der einzeln und unentgeltlich bei einer Fachlehrkraft besucht wird. Beim gemeinsamen Singen im Chorunterricht wird gelernt nach Noten zu singen und die Stimme in einem mehrstimmigen Stück selbständig zu führen. Musizierstunden und Chorkonzerte sind Gelegenheiten, bei denen die Schülerinnen und Schüler das Erarbeitete zeigen können. Jazz- und klassisches Orchester sind ergänzende Freifächer.

Anforderungen  
Der Schwerpunkt Musik kann mit allen progymnasialen Vorbildungen gewählt werden. Mindestens zwei Jahren lang muss aber bei einer qualifizierten Lehrkraft Instrumentalunterricht besucht worden sein. Dies gilt auch für die Wahl von Sologesang am Gymnasium. Musikunterricht, der Jahre zurückliegt, kann nicht berücksichtigt werden.
Die Anmeldung erfolgt im ersten Semester der vierten PG-Klasse. Anschliessend findet eine Eignungsabklärung am Gymnasium statt. Die Musiklehrkräfte des Gymnasiums möchten mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam herausfinden, ob Musik ein geeigneter Schwerpunkt ist.

Studienrichtungen  
Mit einer Maturität des Profils Musik stehen alle Studienrichtungen an schweizerischen Universitäten offen. Bei herausragender Leistung ist auch eine Aufnahmeprüfung an eine Musikhochschule möglich. In diesem Profil kann man vor allem seine musikalischen Neigungen einbringen und seine Musikalität als Teil der Persönlichkeit ernst nehmen. Nach wie vor ist das Schwerpunktfach Musik in künstlerischen Bereichen die ideale Vorbildung für spätere Lehrerinnen und Lehrer aller Stufen sowie für alle sozialen Berufe.

Besonderheiten  
Das Fach Bildnerische Gestaltung gehört im Profil Musik zu den Grundlagenfächern.

S Spanisch

Grundsätzliches    
Das Schwerpunktfach Spanisch bietet einen vertieften Zugang zu einem lebendigen und vielgestaltigen Kulturraum, der sich von Europa aus über Mittelamerika und weite Teile von Südamerika erstreckt. Spanisch ist der Schlüssel zu dieser grossen Welt.
Nach dem Erwerb der grundlegenden Sprachkenntnisse erhält die Lektüre im Unterricht ein stetig wachsendes Gewicht und es kommen auch frühere Epochen zum Zuge. Filme und musikalische Werke werden beigezogen, um die hispanische Kultur zu erhellen.

Studiengang  
Das Schwerpunktfach Spanisch beginnt neu am Gymnasium. In den ersten zwei Jahren eignest du dir die wichtigsten Sprachkenntnisse an. Intensive Lektüre, die Beschäftigung mit Filmen sowie die Auseinandersetzung mit bildnerischen und musikalischen Werken werden dir reichhaltige Einblicke in historische, politische und kulturelle Zusammenhänge ermöglichen. Du wirst im Rahmen der Projektarbeit in der dritten Klasse eine Woche in Spanien verbringen und dort Kontakte zu Land und Leuten knüpfen.

Anforderungen  
Wenn du kommunikationsfreudig bist, andere Lebensweisen kennen lernen will, wenn du leicht Sprachen lernst, dich gründlich mit Grammatik und Vokabular befassen magst und gerne liest, dann ist Spanisch das geeignete Schwerpunktfach für dich.

Studienrichtungen  
Mit Spanisch als Schwerpunktfach kannst du an der Universität alle Fachbereiche studieren. Für ein Studium moderner Sprachen verlangt die Universität Basel keine Zusatzprüfung in Latein mehr. Allerdings sind die Lateinerfordernisse an den Schweizer Universitäten unterschiedlich geregelt und ändern sich fortlaufend.
Mit dem Schwerpunktfach Spanisch stehen dir spannende Berufe in verschiedenen Bereichen offen: Lehramt, Dolmetscherwesen, Journalismus, Diplomatie, Entwicklungszusammenarbeit, Tourismus usw.

Besonderheiten  
Du kannst am Gymnasium das Profil S auch bilingual Deutsch/Französisch wählen. Das bedeutet, dass du neben dem regulären Französischunterricht drei bis fünf Sachfächer auf Französisch besuchst, z.B. Geografie, Geschichte, Physik oder Mathematik. So wirst du das Französisch vertiefen und solltest es am Ende der Gymnasialzeit fliessend reden können. Du kannst auch die auf Französisch unterrichteten Sachfächer neu und intensiver erleben. Diese bilinguale Matur ist eidgenössisch anerkannt und erlaubt den Zugang zu allen Studienrichtungen. Für Dich verbessern sich die Studierfähigkeit und die Berufsaussichten sowohl in der Romandie als auch im nahen EU-Raum bedeutend.

R Russisch

Hinweis
Weil die Anmeldezahlen fürs Profil R erfahrungsgemäss sehr klein sind, wird das Profil R nur noch am Gymnasium Münchenstein geführt. Damit steigt die Chance, dass Klassen mit dem Schwerpunkt Russisch geführt werden können.

Grundsätzliches   

Sprachen sind der Schlüssel zur Welt. Darüber hinaus knüpfen sie lebendige und nützliche Verbindungen zwischen Menschen verschiedenster Länder. Die neusprachlichen Profile tragen dem Rechnung.
Das neusprachliche Profil R vermittelt und vertieft neben dem obligatorischen Französisch und Englisch die russische Sprache und Kultur. Nach dem Erwerb der grundlegenden Sprachkenntnisse erhält die Lektüre ein stetig wachsendes Gewicht und es kommen auch frühere Epochen zum Zuge. Filme und musikalische Werke werden beigezogen, um die russische Kultur zu erhellen. In den neusprachlichen Profilen werden Sprachen im Jugendalter gepflegt, in dem man Sprachen am leichtesten lernt.

Studiengang 
Das Schwerpunktfach Russisch beginnt neu am Gymnasium. In den ersten zwei Jahren werden die wichtigsten Sprachkenntnisse vermittelt. Intensive Lektüre, die Beschäftigung mit Filmen sowie die Auseinandersetzung mit bildnerischen und musikalischen Werken geben reichhaltige Einblicke in historische, politische und kulturelle Zusammenhänge.

Anforderungen  
Wer kommunikationsfreudig, wach und vielseitig interessiert ist, wer leicht Sprachen lernt, gerne Bücher liest und Freude hast, sich mündlich und schriftlich auszudrücken, ist für dieses Schwerpunktfach geeignet. Es ist nicht nötig, ein Sprachgenie zu sein. Man sollte aber imstande sein, Fehler zu analysieren und daraus zu lernen, und fähig sein, selbständig und in Gruppen zu arbeiten.

Studienrichtungen  
Wer das Profil R wählt, kann an der Universität die wichtigsten Fachbereiche studieren, z.B. Rechtswissenschaft, Medizin, Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften. Bei Sprachen und Geschichte ist für höhere Abschlüsse eine Zusatzprüfung in Latein nötig. Für diesen Fall empfiehlt sich der Besuch des Freifachs Latein am Gymnasium.
Neben der Universität stehen manche Alternativen offen, z.B. Übersetzer, Dolmetscherin, Primarlehrer, Journalistin, Hotelfachschulen etc.

W Wirtschaft und Recht

Grundsätzliches    

Die Welt, in der wir leben, ist geprägt durch komplexe wirtschaftliche Strukturen und Abläufe. Warum gibt es z.B. konjunkturelle Schwankungen, deren Folgen Inflation oder Arbeitslosigkeit sein können? Wie begründen Manager grosse Fusionen und wie wirken sich diese auf unsere Arbeitswelt aus? Welchen Beitrag kann die Ökonomie (Wirtschaftswissenschaft) zur Lösung aktueller Probleme wie sozialer Ungerechtigkeit, Umweltverschmutzung oder Verkehrsüberlastung leisten? Wie ist die Schweiz über den Aussenhandel mit der ganzen Welt verknüpft?

Studiengang  
Mit diesen Fragen setzen sich Schülerinnen und Schüler des Profils W auseinander. Daneben wird untersucht, wie Unternehmungen funktionieren, werden rechtliche Probleme bei Verträgen oder Erbschaften analysiert und die Welt der Banken und Börsen, Aktien, Obligationen und Optionen kennen gelernt.
Die im Schwerpunkt Wirtschaft und Recht vermittelten Kenntnisse helfen, die Mechanismen zu verstehen, die in unserer Gesellschaft dazu beitragen, dass wir unser Essen auf den Tisch bekommen. Das Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge hilft ausserdem auch bei persönlichen Entscheidungen. Man lernt, sich ein Bild von der Gesamtwirtschaft zu machen, vernünftige Entscheidungen über seine berufliche Laufbahn zu treffen, man wird sicherer im Umgang mit Versicherungen und wird besser wissen, wie man Geld anlegen soll.

Anforderungen  
Auric Goldfinger, der Bösewicht im gleichnamigen James-Bond-Film, überfällt Fort Knox, um an das amerikanische Gold zu kommen. Er will es aber nicht stehlen, sondern lediglich durch eine Atomexplosion unbrauchbar machen. Warum wohl? Wen diese und ähnliche Fragen interessieren, der ist im Profil W gut aufgehoben.

Studienrichtungen  
Mit dem Profil W stehen alle Studienrichtungen an allen Universitäten offen. Für bestimmte Studien an der Philosophisch-Historischen Fakultät werden allerdings Zusatzprüfungen in Latein verlangt.
Wer nicht studieren möchte, kann mit dem Maturitätsprofil W direkt ins Berufsleben einsteigen. Dann stehen vielfältige Weiterbildungswege offen. Ein Abschluss als Betriebsökonom an einer Fachhochschule oder beispielsweise das Eidgenössische Diplom für Buchhalter/Controller öffnet viele Türen in der Berufswelt.

Z Bildnerisches Gestalten

Grundsätzliches   

Jeden Tag begegnen wir unzähligen Bildern – unsere Welt ist eine wahre Bilderwelt geworden. Im Schwerpunktfach BG beschäftigen wir uns mit Bildern unterschiedlichster Art und Herkunft, schauen sie an und lernen, sie zu durchschauen, zu verstehen: »I see« heisst auf Englisch nicht nur »ich sehe«, sondern auch »ich verstehe«! Zudem bist du auch selber gestalterisch tätig, du lernst, deiner Vorstellungskraft, deinen eigenen Bildern Ausdruck zu geben.

Studiengang  
Du besuchst zwei Fächer, Bildnerisches Gestalten und Kunstbetrachtung. In diesen setzt du dich mit einer breiten Palette von Inhalten und Techniken auseinander, du erweiterst deine gestalterischen Fähigkeiten und eignest dir kulturelle Kenntnisse an. Du erhältst einen Überblick über die bildende Kunst und setzt dich mit Architektur, Malerei, Plastik und Grafik auseinander, oft in Verbindung mit der eigenen gestalterischen Arbeit und mit Exkursionen. Einzelne Kunstschaffende und Stilepochen studierst du intensiv. Deine Fähigkeiten und Kenntnisse in der bildenden Kunst vertiefst du umfassend und erlernst auch die Gestaltung am Computer.
Nur die Schwerpunktfächer BG und M bieten die Möglichkeit, Bildnerisches Gestalten und Musik bis zur Matur zu kombinieren. Schüler und Schülerinnen, die das Schwerpunktfach BG wählen, haben während der ersten drei Jahre auch obligatorisch zwei Wochenlektionen Musik.

Anforderungen  
Von dir werden grosses Interesse und Freude am Bildnerischen Gestalten, Neugierde, Experimentierfreude, Fantasie und Ausdauer erwartet. Im Spätherbst des vierten Sekundarschuljahres findet am Gymnasium Liestal ein obligatorisches Beratungsgespräch statt, das dir bei der Entscheidung helfen soll, ob BG das passende Schwerpunktfach ist.

Studienrichtungen  
Der Besuch einer Hochschule für Gestaltung ist eine Möglichkeit, aber nicht das Hauptziel des Schwerpunktfachs BG. Wir geben dir vielmehr die Möglichkeit, vor deiner Berufswahl deine gestalterischen und künstlerischen Neigungen zu vertiefen und sie als Teil der Persönlichkeit ernst zu nehmen.
In pädagogischen und therapeutischen Berufen, in der Architektur und in den Bereichen Multimedia und Kommunikation sind gestalterisch fähige Leute gefragt; auch für die Ausbildung zur Primar- und Mittelstufenlehrperson ist das Schwerpunktfach BG die ideale Vorbildung. Mit einer Matur im Schwerpunktfach BG stehen dir zudem alle Studienrichtungen an schweizerischen Universitäten offen.