Gymnasium Liestal – 1971

Leitbild des Gymnasiums Liestal

Das Gymnasium Liestal mit einer Maturitäts- und einer Fachmaturitätsabteilung führt seine Schülerinnen und Schüler zur Hochschulreife oder ermöglicht ihnen eine anspruchsvolle Berufsausbildung. Dabei ist ihm das Wohl aller, die an der Schule tätig sind, ein Anliegen. Schulleitung und Kollegium erfüllen ihre Aufgabe engagiert und kompetent, bewahren Bewährtes und sind offen für neue Ideen und Lösungen. Das vorliegende Leitbild stellt das gemeinsam von Kollegium, Schulleitung und Schülerschaft entwickelte Profil der Schule dar. Es bildet für Schülerinnen und Schüler, Unterrichtende, Schulleitung und Mitarbeitende einen verpflichtenden Orientierungsrahmen und formuliert die Ziele, auf die wir hinarbeiten.

Wir fördern und fordern unsere Schülerinnen und Schüler

Wir fördern und fordern unsere Schülerinnen und Schüler in folgenden Punkten:

  • Wir legen grossen Wert auf Persönlichkeitsentwicklung, sind leistungsorientiert und stellen deshalb hohe fachliche Ansprüche. Persönlichkeitsentwicklung umfasst für uns Förderung von Selbständigkeit, Teamfähigkeit, schöpferischem Handeln, kritischem Urteilsvermögen und Verantwortung gegenüber sich selbst, den Mitmenschen und der Umwelt.Von unseren Schülerinnen und Schülern erwarten wir nebst Begabung Lernbereitschaft und -fähigkeit, Neugierde, Arbeitswillen, Engagement und Eigeninitiative.
  • Wir vermitteln vielseitigen Lernstoff und stellen klar definierte Leistungsanforderungen.
  • Unter Leistung verstehen wir den überprüfbaren Ausdruck von Einfallsreichtum, Wissen und Können unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Zeit.
  • Für den Bildungsgang unserer Schülerinnen und Schüler übernehmen wir Verantwortung durch transparente Beurteilung, die sowohl Leistung misst als auch Entwicklung fördert und eine realistische Selbsteinschätzung der Schülerinnen und Schüler zum Ziel hat.
  • Auch überdurchschnittlich Begabte finden unsere Unterstützung.
  • Wir beteiligen uns alle an der Selektion. Zum Selektionsauftrag gehören auch Beratung und Orientierungshilfen. Eine Abstimmung der Leistungsstandards erfolgt in und zwischen den Fachschaften.
  • Durch Anwendung differenzierter Unterrichts- und Arbeitsformen fördern wir die Fach-, Sozial- und Selbstkompetenz der Schülerinnen und Schüler und versuchen, sie in ihrer Ganzheit zu erfassen.

Wir verfolgen gemeinsame Unterrichtsziele

Unsere Ziele:

  • Grundlage unseres Unterrichts sind MAR und Lehrplan. Unsere Schülerinnen und Schüler eignen sich ein solides vernetztes Fachwissen und fächerübergreifend eine breite Allgemeinbildung an, so dass für Gymnasiastinnen und Gymnasiasten der Anschluss an eine Hochschulausbildung, für Diplomandinnen und Diplomanden an eine anspruchsvolle Berufsausbildung gewährleistet ist.
  • Ein wesentliches Ziel unseres Unterrichts ist die Heranbildung lebensbejahender, urteils-, kritik- und konfliktfähiger Schülerinnen und Schüler, die sowohl individuell als auch im Team verantwortlich, exakt, ausdauernd und selbstkritisch arbeiten können. Deshalb übernehmen die Schülerinnen und Schüler im Verlauf ihrer Schulzeit immer mehr Verantwortung für ihren Lernprozess.
  • In allen Fächern diskutieren wir Wert- und Sinnfragen und fördern Wahrnehmung von und Einsicht in kultur- und geschlechtsspezifische Denkweisen. Wir sensibilisieren Schülerinnen und Schüler für ökologische, gesellschaftliche, politische und ökonomische Probleme. Unser Unterricht schafft Verständnis für historische Dimensionen, zeigt sinnhafte Bezüge zur aktuellen Umwelt und eröffnet Zukunftsperspektiven.

Wir bemühen uns um Toleranz und fördern die Zusammenarbeit

Wir pflegen an unserer Schule auf allen Ebenen einen kooperativen Führungsstil. Eine wesentliche Voraussetzung für diese Art der Zusammenarbeit ist Toleranz, die eine Reflexion der Geschlechterrollen miteinschliesst. Um Engagement und Mitverantwortungsgefühl zu fördern, ist uns die Mitsprache der Lehrer- und Schülerschaft wichtig. Zudem unterstützen wir einen sinnvollen Ausbau dieser Mitsprache. Dies bedingt, dass Entscheidungsabläufe so transparent wie möglich gestaltet werden. Jeder Lehrer und jede Lehrerin ist in der Wahl von Inhalt und Methoden des Unterrichts im Rahmen des Lehrplans frei. Da das Ziel einer umfassenden Persönlichkeitsbildung jedoch nur gesamtheitlich erreicht werden kann, pflegen wir an unserer Schule - innerhalb der Fachschaften und zwischen ihnen - eine kooperative Lehr- und Lernkultur. Das gilt auch für die Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Lernenden. Wo es sinnvoll und möglich ist, beziehen wir die Schülerinnen und Schüler in die Unterrichtsplanung und -durchführung mit ein. Wir unterstützen die Zusammenarbeit mit anderen Schulen und den nationalen sowie den internationalen Schüler- und Lehreraustausch.

Wir sorgen für ein gutes Schulklima

Das Wohlbefinden aller an der Schule Tätigen ist uns wichtig. Es hilft auch, die Ziele der Schule leichter zu erreichen. Wir legen deshalb Wert auf  respektvollen, vertrauensvollen und wertschätzenden Umgang miteinander. Dies erfordert Toleranz und Bereitschaft zum offenen Gespräch. Voraussetzung für ein gutes Klima sind motivierte Lehrerinnen, Lehrer, Schülerinnen und Schüler, die aufeinander Rücksicht nehmen, Abmachungen respektieren und gewillt sind, Probleme wahrzunehmen und nach Lösungen zu suchen.Wir fördern die Fähigkeit, das Leben mit seinen Krisen zu bestehen und mit seinen Höhepunkten zu geniessen. Dies ist ein Beitrag zur Suchtprävention.Mit Gemeinschaftserlebnissen im kulturellen, sozialen und sportlichen Bereich fördern wir ein gutes Schulklima.

Wir bilden uns kontinuierlich fort

Um den sich ständig ändernden Ansprüchen an Unterricht und Pädagogik gerecht zu werden, pflegt jede Lehrerin und jeder Lehrer kontinuierlich und systematisch die eigene Fortbildung. Die Wahl der Inhalte und Formen ist dabei freigestellt. Zugleich entwickeln wir ein situationsgerechtes, zielorientiertes Fortbildungskonzept, das sich über mehrere Jahre erstreckt.

Wir schaffen günstige Arbeitsbedingungen

Der äussere Rahmen bildet eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen unseres Unterrichtes. Deshalb ist es uns ein Anliegen, die Arbeitsbedingungen für alle am Gymnasium Tätigen optimal zu gestalten. Dabei trägt die Schule der veränderten gesellschaftlichen Realität Rechnung. Sie ermöglicht Voll- und Teilzeitarbeit für Frauen und Männer. Wir schaffen Rahmenbedingungen, in denen teilzeit- und vollzeitbeschäftigte Lehrerinnen und Lehrer gut zusammenarbeiten können. Wir setzen uns ein für ein freundliches, helles Gebäude als Lern- und Lebensraum und gute Arbeitsmöglichkeiten zur Vor- und Nachbereitung des Unterrichts für Lehrerinnen, Lehrer, Schülerinnen und Schüler. Wir gehen dabei sorgsam mit Mobiliar und Geräten um und sind auf Sauberkeit im Schulhaus und in seiner Umgebung bedacht. Günstige Arbeitsbedingungen setzen eine gute Organisation, ein klares Informationskonzept und einen störungsarmen Schulbetrieb voraus. Wir sorgen deshalb für effiziente Sitzungen und verteilen anfallende Arbeiten gerecht. Wir verpflichten uns, die Schulordnung (Haus- und Absenzenordnung) und die Termine einzuhalten. Wir achten bei uns und unseren Schülerinnen und Schülern auf Pünktlichkeit und Ordnung.

Wir engagieren uns und schaffen Raum für Musse

Wir sind offen für Neues und engagieren uns für eine gute Schule. Voraussetzung für dieses Engagement sind Freiräume, wo wir als selbstverantwortliche Menschen entscheiden können. Dazu gehören insbesondere die Lehr- und Methodenfreiheit im Rahmen des Lehrplans. Übermässige Belastung beeinträchtigt die Qualität unserer Arbeit und unsere Gesundheit. Deshalb achten wir auf haushälterischen Umgang mit unseren Kräften sowie denjenigen unserer Schülerinnen und Schüler. Wir sind überzeugt, dass Bildung Musse braucht.

Wir fühlen uns der Öffentlichkeit gegenüber verpflichtet

So wie die Öffentlichkeit an unserer Schule interessiert ist, fühlen wir uns auch ihr verbunden und sind darauf bedacht, die vorhandenen Kultur- und Bildungsangebote in der Region zu erweitern. Wir sind offen für Anregungen von aussen und laden zur Bereicherung der Ausbildung unserer Schülerinnen und Schüler Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur in unsere Schule ein. Dabei vermeiden wir eine politisch einseitige Ausrichtung. Mit unserer Öffentlichkeitsarbeit beteiligen wir uns aktiv am öffentlichen Leben.

Wir realisieren ein eigenes Kulturkonzept

Das Engagement in allen Bereichen der Kultur und die kulturelle Vielfalt an unserer Schule sind uns wichtig. Der Einbezug von künstlerischen Tätigkeiten in alle Unterrichtsfächer sowie die Teilnahme von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern an verschiedenen kulturellen Aktivitäten sind integrierender Bestandteil der Ausbildung bzw. Fortbildung. Wir schaffen Begegnungsmöglichkeiten mit den Kulturen anderer Völker. Bereits bewährte kulturelle Darbietungen, aber auch neue Ideen finden an unserer Schule in einem sinnvollen Mit- und Nebeneinander Platz. Das Kulturkonzept zeigt Möglichkeiten kultureller Veranstaltungen auf und skizziert den dafür notwendigen Rahmen.

Wir gestalten die Zukunft unserer Schule

Unsere Gesellschaft verändert sich immer schneller; an unsere Schule werden neue Anforderungen gestellt. Wir wollen nicht Spielball der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung sein, sondern die Zukunft unserer Schule aktiv gestalten. Deshalb entwickeln wir Vorstellungen von der künftigen Rolle des Gymnasiums und der DMS und reflektieren die sich wandelnden Bedürfnisse von Schüler- und Lehrerschaft. Dieses Leitbild wird daher gemeinsam von Lehrer- und Schülerschaft periodisch überdacht und überarbeitet. Für uns ist es selbstverständlich, Zukunftsfragen der Schule und der Gesellschaft zu diskutieren, müssen wir doch unsere Schülerinnen und Schüler auf eine Welt vorbereiten, die für sie sowohl unbekannte Risiken als auch neue Perspektiven und Chancen beinhalten wird. Es ist uns wichtig, mit einem entsprechenden öffentlichen und politischen Engagement für einen hohen Qualitätsstandard unserer Schule einzustehen.

Wir fördern die Gesundheit

Die Gesundheit aller an der Schule arbeitenden Personen ist uns ein wichtiges Anliegen. Sie ist die